Gedenkstätte & Friedensmahnmal

Erhaltung unserer Gedenkstätte auf dem Friedhof Roßbach & Umwidmung zum Friedensmahnmal

Das „Ehrenmal“ über dem Friedhof in Roßbach wird seit 2024 instandgesetzt und neu gedacht.

Das Ehrenmal von Roßbach zum Gedenken an die Gefallenen und Vermisste der zwei Weltkriege

Eine Gruppe von rund 10 Interessierten aus dem Dorf hat sich um Klaus Knobel, den ehemaligen Wirt des Gasthauses „Zur Linde“, Manfred Donneberg vom Ortsbeirat & Hartmut Benduhn gefunden.

Der Anlass war ein Verzällbänke-Treffen anlässlich des letzten Öffnungstages der traditionsreichen Gaststätte „Zur Linde“.

Der Erlös dieses Abends ging direkt in die Aufarbeitung.

Unsere Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege war im Laufe der Jahre stark zugewachsen und brauchte dringend eine Überholung.

Das ehemalige Ortsbeiratsmitglied Eberhard Gliem hat ein neues Geländer installiert und aus dem alten Geländer eine neue Bank gebaut.

Die eigentlichen Arbeiten starteten Mitte September 2024, bewusst nach der Brutzeit, und werden konsequent bis heute weiter geführt.

Hartmut Benduhn hat mit weit über 80 Jahren die Gruppe bei den Arbeiten begleitet. Er kennt das Denkmal gut – er hat es während seiner Lehrzeit in den 50er Jahren mit seinem Großvater angelegt, bepflanzt und gepflegt. Ein Kreis der sich schließt.

Kriegerdenkmal um 1950
Kriegerdenkmal um 1950
Kriegerdenkmal um Ende 1920 ?


Gedenkstätte und zugleich Friedensmahnmals

Der Fokus der Gruppe ist dabei nicht nur die Instandsetzung und Instandhaltung.

Das historische „Kriegerdenkmal“ soll nun als Gedenkstätte erhalten werden und zugleich zu einem Friedensmahnmal weiterentwickelt werden.

Vom Heldenkult zur Trauer

Kriegerdenkmäler wie unseres stammen oft aus dem frühen 20. Jahrhundert. Sie dienten damals der nationalen Identitätsstiftung – und nicht selten der Verklärung von Kriegen. Nach dem Ersten Weltkrieg hießen die Monumente meist Helden-, Gefallenen- oder Kriegerdenkmal, oft mit dem Zusatz „Ehrenmal“. Der steinerne Dank der Heimat sollte die Ehre der Gefallenen wiederherstellen. Aber der nächste Krieg ließ nicht lang auf sich warten und die Denkmäler wurden weiter instrumtalisiert.

Das war eine andere Zeit. Heute liegt der Fokus woanders: auf dem Gedenken an alle Opfer von Krieg, Gewalt und Gewaltherrschaft. Daran wollen wir erinnern.

„Liebe für Treue“ – die Inschrift auf unserem Denkmal

Das Eiserne Kreuz, Eichenlaubzweige, die Inschrift „Liebe für Treue“ ist typisch für die 1920er Jahre und wurde dann auch in Folge für den nächsten Krieg instrumentalisiert.

Der Kriegstod wird hier nicht als Katastrophe benannt, sondern als Akt der Treue gerahmt. Die Gefallenen haben ihre Pflicht erfüllt – die Nachwelt antwortet mit Liebe, gemeint als Dankbarkeit und Erinnerung.

Die Inschriften auf unseren Ehrenmal

Das war die Sprache dieser Zeit. Heute lesen wir dieselbe Inschrift aber anders: nicht als Verehrung des Krieges, sondern als Erinnerung an Menschen, die keine Wahl hatten, sowie an die unschuldigen Opfer von Krieg, Gewalt und Terror.

In der heutigen Zeit ist der Blick auf die Opfer – auch die, die unser Dorf verloren hat – mindestens genauso wichtig, wie alles andere.

Wir haben dazu diese Kreuze aufgestellt – als Mahnung: Krieg ist keine Lösung.


Aussichtspunkt

Vom Platz oberhalb des „Ehrenmals“ hat man übrigens einen sehr schönen Blick auf Roßbach.

Blick vom Kriegerdenkmal auf das Dorf in der KW 32 2023
Blick vom Kriegerdenkmal auf das Dorf

Gerade entsteht dort ein Aussichtspunkt mit neuer Bank.


Wissen über Kriegerdenkmäler in Hessen

Wer möchte kann unser Denkmal hier eintragen:

http://www.denkmalprojekt.org/index.htm

Mehr zum Thema:

https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/heldenkult-oder-friedensmahnung